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Friedemann ‚Fried' Dähn

Der Cellist, Elektro-Cellist, Komponist, Klang- und Medienkünstler gehört zu den wenigen Künstlern, denen es gelingt, Tradition und Moderne in sich zu vereinen. Ob klassische oder neueste elektronische Klänge, Komposition oder Improvisation: ständiges Suchen nach neuen Ausdrucksformen, gepaart mit immenser Virtuosität und spontanem Erfindungsreichtum im Umgang mit seinem Instrumentarium zeichnen ihn als einen der vielseitigsten und innovativsten Cellisten der Gegenwart aus. Er ist Professor für Musik und Sound an der Hochschule für Gestaltung in Schwäbisch Hall sowie Solocellist der Württembergischen Philharmonie. Er ist auf zahlreichen Tonträgern vertreten, vom klassischen Cellokonzert und klassischer Kammermusik, Neuer Musik, Jazz und Elektronischer Musik bis zu experimentellem Rock und eigenen Kompositionen für Electric Cello.

Geboren 1958 in Tübingen, aufgewachsen in einem musikalischen Elternhaus, folgte ein klassisches Violoncello-Studium bei Johannes Goritzki an der Musikhochschule in Düsseldorf, welches er mit Auszeichnung abschloß. Tourneen führten ihn in die Volksrepublik China, nach Russland, die USA, nach Brasilien und in alle wichtigen Musikzentren Europas. In den Jahren 1990 - 93 spielte er im renommierten Ensemble Modern in Frankfurt, wo er die Gelegenheit hatte, mit Künstlern wie K.-H. Stockhausen, Ornette Coleman und Frank Zappa (Yellow Shark u.a.) zu arbeiten. Parallel dazu entwickelt er ein elektrisches Cello und startet seine eigenen musikalischen Projekte in den Bereichen elektronische und experimentelle Musik, Jazz, Improvisation, Klangkunst.
Dähn ist der erste Cellist, der das Elektrocello in Hinsicht auf Spieltechniken, Möglichkeiten zur Klang-erweiterung und den Einsatz von Elektronik konsequent erforscht hat und es seit Anfang der neunziger Jahre in den unterschiedlichsten Formationen spielt, wobei er sich nicht festlegen lässt und keine Grenzen hinsichtlich Genre oder Musikstil kennt.
Seit den frühen 90er Jahren entstehen zahreiche Produktionen mit eigenen Kompositionen für Electric Cello, solo oder in unterschiedlichen Formationen und unterschiedlicher Stilistik.
2004 beginnt er mit der Produktion von Videos und Visual Music: ‚Score' lief auf dem Visual Music Marathon in Boston (2007) , sein Film ‚Stuttgart Nachts' wurde im Kunstmuseum Stuttgart gezeigt (ebenfalls 2007).

Seine Vision, Kreativität und Inspiration mit Künstlern aus aller Welt zu teilen, führte im Jahr 1999 zur Gründung von CAMP [Creative Art and Music Project] - internationales Festival für Visual Music und Klangkunst, welches zweijährig an jeweils neuem Ort stattfindet. An diesem Festival nahmen bis dato mehr als 100 Künstler aus 20 Ländern teil. CAMP versteht sich als temporäres Labor, in dem raumbezogene audio-visuelle Projekte realisiert werden. 2007 wurde das Festival von der Kulturstiftung des Bundes gefördert. 2005 war das Festival zu Gast in Portugal, 2011 in Zagreb/Kroatien. 2011 fand das Festival in Kooperation mit dem ZKM an der HfG Karlsruhe statt und 2012 wird es in Stuttgart sein. 2013 ist, unterstützt vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden- Württemberg, ein Camp Festival in Bukarest/Rumänien in Planung.

Ein weiteres, wichtiges Projekt ist das Ensemble Klangstein zusammen mit Klaus Feßmann, Klangsteine und Manfred Kniel, Stein- und Wasser Perkussion. Seit mehr als fünfzehn Jahren entwickelt er dort eine bislang nie gehörte Musik, aufbauend auf den Stein-Klängen von Klaus Feßmann. Mit diesem Ensemble konzertierte er in Chicago, in Brüssel, auf der Zugspitze, beim Jazzfestival Potsdam, auf der Schweizer Expo in Biel, im Salzburger Dom und an zahlreichen anderen Orten. In den letzten Jahren traten u.a. Markus Stockhausen (Trompete) und Mahesh Vinayakram (Indischer Gesang) zusammen mit dem Ensemble auf.

2009 erscheint sein Essay 'Visual Music - Forms and Possibilities' im Rahmen der Publikation Audio.Visual - On Related Media von Holger und Cornelia Lund bei Arnoldsche.

Seit 2009 kuratiert Dähn die Reihe ‚Sonic Visions' im Reutlinger franz K, die ihren Schwerpunkt auf audiovisuelle Konzerte sowie elektronische und interaktive Musik legt. Dort wurde 2010 seine Komposition ‚Spanish Cat' zum Stummfilm 'Ein andalusischer Hund' von Bunuel/Dali für Orchester uraufgeführt. 2012 folgt 'AURA' für Klangsteine und Streichorchester mit Klaus Feßmann,den Wasser-Klang-Bild Projektionen von Alexander Lauterwasser und der Württembergischen Philharmonie.

Seine musikalische und künstlerische Erfahrung,seine stilistische Vielfalt und Wandlungsfähigkeit, Experimentierfreudigkeit und ungebremstes Interesse an aktuellen musikalischen Entwicklungen bei gleichzeitiger Kenntnis und Pflege der 400- jährigen musikalischen Tradition, machen ihn auch über seine Tätigkeit als Professor an der Hochschule in Schwäbisch Hall als Lehrer und Vermittler gefragt. 2003 war er als "Artist in Residence" zu Performances und Workshop am Cleveland Institute of Art, 2004 in Miami beim "subtropics experimental music festival" und 2007 an der Hochschule für Musik in Malaga, ebenfalls zu Workshop und Performance.

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