Biografie

Der Cellist, Elektro-Cellist, Komponist, Klang- und Medienkünstler gehört zu den wenigen Künstlern, denen es gelingt, Tradition und Moderne in sich zu vereinen. Ob klassische oder neueste elektronische Klänge, Komposition oder Improvisation: ständiges Suchen nach neuen Ausdrucksformen, gepaart mit immenser Virtuosität und spontanem Erfindungsreichtum im Umgang mit seinem Instrumentarium zeichnen ihn als einen der vielseitigsten und innovativsten Cellisten der Gegenwart aus.


Geboren 1958 in Tübingen, aufgewachsen in einem musikalischen Elternhaus, folgte ein klassisches Violoncello-Studium bei Johannes Goritzki an der Musikhochschule in Düsseldorf, welches er mit Auszeichnung abschloß. Tourneen führten ihn anschließend in die Volksrepublik China, nach Russland, die USA, nach Brasilien und in alle wichtigen Musikzentren Europas. In den Jahren 1990 - 93 war er Cellist im Ensemble Modern in Frankfurt, wo er die Gelegenheit hatte, mit Künstlern wie K.-H. Stockhausen, Ornette Coleman und Frank Zappa (Yellow Shark u.a.) zu arbeiten. Parallel dazu entwickelt er ein elektrisches Cello und startet seine eigenen musikalischen Projekte in den Bereichen elektronische und experimentelle Musik, Jazz und Improvisation.


Seit 1992 ist er Solocellist der Württembergischen Philharmonie. Von 2001 - 2012 lehrte er als Professor für Audiogestaltung an der Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Hall. Er ist auf zahlreichen Tonträgern vertreten, vom klassischen Cellokonzert und klassischer Kammermusik, Neuer Musik, Jazz und Elektronischer Musik bis zu experimentellem Rock und eigenen Kompositionen für Electric Cello.
Er ist künstlerischer Leiter des CAMP Festival und kuratiert die Reihe 'Sonic Visions' im franzK in Reutlingen.

Electric Cello

Dähn ist der erste Cellist, der das Elektrocello in Hinsicht auf Spieltechniken, Möglichkeiten zur Klang-erweiterung und den Einsatz von Elektronik konsequent erforscht hat und es seit Anfang der neunziger Jahre als Solist und in unterschiedlichen Formationen spielt, wobei er keine Grenzen hinsichtlich Genre oder Musikstil kennt. Seit den frühen 90er Jahren entstehen zahreiche Produktionen mit eigenen Kompositionen. Meist verwendet er ein Instrument von Zeta, aber auch ein NS Cello oder sein mit einem Tonabnehmer verstärktes akustisches Cello kommen zum Einsatz.
Wichtiges Tool sind Effekte und Elektronik: Dem Looper kommt eine besondere Bedeutung zu, ermöglicht er das Aufnehmen und Wiedergeben von Klängen in Echtzeit. Mittlerweile ist auch das Laptop ein wichtiger Bestandteil von Fried's Equipment. Ob als Klangerweiterung, Loopstation oder Sampler, vereint es viele Funktionen in handlichem Format.

Ensembles

Yellow String Quartet, ein Streichquartett, welches sowohl klassische Werke wie populäre und zeitgenössische Musik aufführt. Mit diesem Ensemble konzertierte er bislang in Norwegen, Österreich und Deutschland. Indira, ein Quartett mit Fauzia Beg, Frank Kroll und Uwe Kühner: Worldjazz mit orientalem Flair. Desweiteren zahlreiche ad-hoc Formationen, die er je nach Anlaß neu zusammenstellt. Ein erwähnenswertes Projekt ist das Ensemble Klangstein zusammen mit Klaus Feßmann, Klangsteine und Manfred Kniel, Stein- und Wasser Perkussion, mit dem er in der Zeit von 1996 - 2012 zahlreiche Konzerte gab: Mit Auftritten u.a. in Berlin, München, Stuttgart, Salzburg, Brüssel, Bath, Chicago und an vielen außergewöhnlichen Orten wie den Thermen in Vals oder auf der Zugspitze bis hin zum Auftritt bei TV Total von Stefan Raab. Gerne gesehene Gäste bei diesem Ensemble waren u.a. Markus Stockhausen oder Mahesh Vinayakram.

 

Lehre

Von 2001 - 2012 lehrte er als Professor für Audiogestaltung an der
Hochschule für Gestaltung Schwäbisch Hall. Lehrinhalte waren Audioproduktion, Sounddesign, funktionale Musik, Musik für Medien sowie Grundlagen Musiktheorie. 2003 war er als Gastdozent und 'Artist-in Resindence' am Cleveland Institute of Art, 2004 mit Lecture und Performance beim 'subtropics experimental music festival' in Miami, 2007 Workshop an der Hochschule für Musik in Malaga, 2016 Lecture und Workshop Musikhochschule Stuttgart.

Hochschulentwicklung

Zwischen 2009 und 2014 Konzeption und Entwicklung der Bachelor- und Masterstudiengänge 'Popmusik und Klangkunst' für die geplante Münchener Kunsthochschule MIMA - Munich Institute of Media and Musical Arts. Begleitung des Akkreditierungsprozesses bis zur erfolgreichen staatlichen Anerkennung. Diese Hochschule konnte aber den Lehrbetrieb trotz ihres innovativen Studienkonzeptes nicht finanzieren und konnte nicht realisiert werden. Zwischen 2012 und 2015 Tätigkeit als Gutachter bei der Akkreditierungsagentur Acquin.

 

Medien und Klangkunst

Seit 1990 betreibt er ein mobiles Tonstudio, in dem viele seiner Produktionen entstehen. 2004 beginnt er mit der Produktion von Videos und Visual Music: ‚Score' lief auf dem Visual Music Marathon in Boston (2007), sein Film ‚Stuttgart Nachts' wurde im Kunstmuseum Stuttgart gezeigt (ebenfalls 2007).

1999 gründet er zusammen mit Thomas Maos das CAMP Festival – International Festival for Visual Music, welches mit seinem außergewöhnlichen Konzept sowohl in Deutschland  wie in anderen europäischen Ländern stattfindet.  Seit 2009 kuratiert Dähn zusammen mit Thomas Maos die Reihe SONIC VISIONS im franz K in Reutlingen, die ihren Schwerpunkt auf audiovisuelle Konzerte sowie elektronische und interaktive Musik legt.

Forschung

2009 erscheint sein Essay 'Visual Music - Forms and Possibilities' im Rahmen der Publikation Audio.Visual - On Related Media von Holger und Cornelia Lund bei Arnoldsche.